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VDB-Positionspapiere VDB-Leitfaden

Anwendung der Förderrichtlinie des Bundes zur ERTMS-Ausrüstung von Bestandsfahrzeugen

Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat die Richtlinie zur Förderung der ERTMS-Ausrüstung von Bestandsfahrzeugen erlassen. Auf Basis dieser Förderrichtlinie legt der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) einen Leitfaden vor, der eine praxisnahe Orientierung zur ERTMS/ETCS‑Fahrzeugnachrüstung bietet. Die im VDB vertretenen Unternehmen möchten damit einen aktiven Beitrag zur erfolgreichen Nachrüstung der Fahrzeugflotten mit ETCS, ATO und FRMCS leisten und bringen dafür ihre umfangreiche Erfahrung ein. Der Leitfaden wurde mit der ERTMS-Koordinierungsstelle abgestimmt und wird von dieser mitgetragen.

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Förderrichtlinie als Grundlage für den Erfolg

Die Förderrichtlinie schat verlässliche Rahmenbedingungen und eine solide finanzielle Basis für die flächendeckende Umrüstung von Bestandsfahrzeugen mit ERTMS. So können Fahrzeugeigentümer ihre Flotten vorausschauend modernisieren und die Grundlage für weitere Innovationen im System Bahn legen.

Erfahrung und Serienreife der Industrie

Die Hersteller stellen serienreife Produkte bereit und verfügen aus vielen tausend erfolgreich realisierten Nachrüstungen über umfangreiches Know-how. Standardisierte Module, etablierte Prozesse und eine breite Produktpalette ermöglichen eine zügige, wirtschaftliche und risikoarme Umsetzung des geplanten ERTMS‑Rollouts. Der Leitfaden ordnet die Fahrzeugnachrüstung in die übergeordneten Rahmenbedingungen ein und betont die Bedeutung einer engen Abstimmung von Infrastruktur- und Fahrzeugumrüstung. Gleichzeitig zeigt er, dass Umrüstprojekte für Bestandsflotten – insbesondere mit einer Restlaufzeit von mehr als fünf Jahren – bereits heute vorbereitet und gestartet werden können.

Handlungsempfehlungen

1. Klärung der Absprungbasis, um Projektaufwände und Risiken zu reduzieren. Die Definition der genehmigten und dokumentierten technischen Ausgangsbasis eines Fahrzeugs ist essenziell. Alle seit der letzten Zulassung umgesetzten Änderungen müssen erfasst und bewertet werden.

2. Definition der Zielausrüstung, um den betrieblichen Nutzen zu maximieren Frühzeitige und konsistente Definition des Zielumfangs der Nachrüstung (Systemversion, FRMCS-Vor-/Ausrüstung, optionale Funktionen wie ATO, Zugintegrität) ist entscheidend, um den Betrieb zu optimieren. Die Bewertung von Kosten und Nutzen der optionalen Funktionen ist entscheidend, insbesondere im Hinblick auf Einsatzgebiet, Restlebensdauer und Infrastrukturplanung. Die neuen Vorgaben zur IT- und OT-Security (CRA, NIS2) betreen nicht nur die Technik, sondern auch Betriebs- und Instandhaltungsprozesse. Sie müssen frühzeitig organisatorisch und prozessual analysiert und umgesetzt werden.

3. Bestimmung des Projekttyps, um Synergien zu erheben. Die Auswahl des Projekttyps (z.B. First of Class, Delta-Verfahren, Anpassungsverfahren, Systemversions-Upgrade) sowie der Zielausrüstung bestimmen Zulassungsstrategie, Engineering-Aufwand und Projektrisiken. Eine enge Abstimmung mit der Koordinierungsstelle ist erforderlich, um Synergien zu nutzen und den Antragsprozess zu beschleunigen.

4. Einbindung der Koordinierungsstelle, um den Antragsprozess zu beschleunigen. Früher Austausch mit der Koordinierungsstelle zur Abstimmung der Nachrüststrategie und der Struktur des Förderantrags reduziert spätere Aufwände. Die Koordinierungsstelle prüfen und priorisiert die Anträge, gibt Empfehlungen und unterstützt bei der Antragstellung.

5. Früher Austausch mit der Industrie, um Ressourcenengpässe zu vermeiden. Angesichts begrenzter Ressourcen, unter anderem bei Werkstattkapazitäten, ist eine frühzeitige Abstimmung mit der Industrie ratsam. Die Industrie kann technische Machbarkeit, Integrationskonzepte und erste Preisindikationen sowie Terminabschätzungen liefern.

6. Alle Aspekte des Nachrüstungsprojekts prüfen, um ein vollständiges Vergabeverfahren und eine erfolgreiche Projektrealisierung zu sichern. Alle relevanten Aspekte, wie Instandhaltung, Schulung, betriebliche Verfügbarkeit der Flotte und entsprechende Ersatzflottenkonzepte müssen frühzeitig berücksichtigt werden.

Auf Grundlage der dargestellten Rahmenbedingungen, der technischen Systembeschreibungen und der prozessualen Vorgaben der Förderrichtlinie bietet der Leitfaden konkrete Handlungsempfehlungen für eine wirtschaftliche und erfolgreiche Nachrüstung der Bestandsfahrzeuge mit ETCS, ATO und FRMCS. Diese Empfehlungen bündeln die Erfahrungen der im VDB vertretenen Industrie und sollen Fahrzeughalter dabei unterstützen, Projekte effizient zu planen, Risiken zu minimieren und die verfügbaren Fördermittel optimal einzusetzen.

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