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Positive Jahresbilanz der Bahnindustrie in Deutschland mit Luft nach oben: Jetzt in klimaschonende Schiene investieren.

- Umsatz im Jahr 2018 wächst kräftig um rund 9 Prozent.

- Bahnindustrie in Deutschland schafft „Clean Mobility made in Germany“.

- Bundesregierung muss jetzt auf Schiene setzen: Infrastruktur digitalisieren, Forschung fördern, Klimaschutz ernst nehmen.

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Berlin – Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018: „Die Bahnindustrie in Deutschland ist auf robustem Wachstumskurs.“, so Volker Schenk, VDB-Präsident. Mit 12 Milliarden Euro erreicht die Bahnindustrie den höchsten Umsatz seit drei Jahren. Aber trotz steigender Grundtendenz würden die Auftragseingänge noch nicht die großen Herausforderungen unserer Gesellschaft spiegeln, die nur über die Schiene gemeistert werden könnten, so Schenk. „Können wir Vision und Realität nicht näher zusammenbringen als bisher? Die Politik muss Worten konsequente Taten folgen lassen.“.


Mit einem Anteil von rund 72 Prozent ist das Geschäft mit Fahrzeugen am umsatzstärksten, auf den Infrastrukturbereich entfallen 28 Prozent. Besonders stark steigt der Inlandsumsatz: 7,6 Milliarden Euro. Ein Plus von 20,6 Prozent. Exporteinnahmen sinken hingegen um 6,4 Prozent. „Ein glasklares Symptom der wachsenden Abschottung internationaler Märkte durch hohe Lokalisierungspflichten und überzogene Zölle.“ so Schenk. Dennoch halten sich die Auftragseingänge 2018 auf einem starken Niveau. Das Auftragsvolumen von 14,3 Milliarden Euro übersteigt das von 2017 um rund 9 Prozent. Auch hier überwiegt die Nachfrage auf dem Heimatmarkt mit 58 Prozent am Gesamtvolumen. „Unsere Industrie schafft „Clean Mobility made in Germany“. Doch es muss jetzt weiter gehen: Konkrete Maßnahmen und ausreichende Mittel müssen heute den Grundschein für die innovative Schienenmobilität von morgen legen.“, sagte Schenk.


Klimaschutz geht nur mit Verkehrsverlagerung auf die Schiene.
Die Geschäftszahlen 2018 bilden eine performante Industrie ab, deren Innovationskraft Lösungen bietet für große Zukunftsfragen der Gesellschaft – wie den Klimaschutz. Dieses Potenzial müsse die Bundesregierung aber auch nutzen. „Deutschland muss klimapolitisch richtige Prioritäten setzen undin seine eigene Zukunftsfähigkeit investieren.“, sagte Schenk. Der Verkehrssektor ist mit 20% Anteil an den gesamten deutschen Treibhausgasemissionen ein Klimasünder. Nicht so die Schiene, die heute lediglich 0,8 Prozent der durch Verkehr verursachten Emissionen ausstößt. „Ja, Klimaschützen kostet. Aber Klima-nicht-schützen kostet mehr.“, machte der VDB-Präsident deutlich.


Um mehr Verkehr aufs Gleis zu bringen, müssten Investitionen in Forschung und Entwicklung, in Erprobung aber auch in die Förderung alternativer Antriebe geleistet werden. Zentral sei dabei das Grundgerüst: ein digitales Schienennetz. Deutschland muss jetzt: ETCS ausrollen, Stellwerke digitalisieren und Züge auf ETCS umrüsten, weil Fahrzeug und Infrastruktur digital in einander greifen müssen. Und Deutschland muss das Schienennetz mit 5G Standard ausleuchten, um digitale Lösungen nutzen zu können. „Die Bahnindustrie in Deutschland steht im Wettbewerb bereit, die nächste Erfolgsgeschichte mitzuschreiben.“


Klimaschutz braucht fairen Wettbewerb und Innovationen.
Die Bahnindustrie als Schlüsselindustrie des Low-Carbon-Zeitalters braucht ein Level-Playing-Field. „Die Bahnindustrie in Deutschland und Europa hat ein Anrecht darauf, dass die Politik auf eine veränderte Welt angemessen reagiert und so einen fairen Wettbewerbsrahmen schafft. Aufs Spielfeld gehen wir schon – aber die Regeln müssen stimmen“, so Dr. Ben Möbius, VDB-Hauptgeschäftsführer. Deutschland muss Reziprozität und damit Wertschöpfung in Europa stärken. Sofern andere Regionen nicht bereit sind, ihre Märkte spiegelbildlich zur EU zu öffnen, soll das Geld der europäischen Steuerzahler zumindest hälftig auch auf „made in Europe“, Kompetenz und Jobs in der EU einzahlen. Die EU ist offen, aber nicht naiv. Um im globalen Innovationswettbewerb in der strategisch wichtigen Bahnindustrie an der Spitze zu bleiben, muss Deutschland mindestens 100 Millionen Euro jährlich in das Bundesforschungsprogramm Schiene 4.0 investieren. Und damit Deutschland Leitmarkt für Klimaschutz und emissionsfreie Mobilität bleibt, braucht es eine andere Vergabekultur. „Klimaschutz gelingt nicht mit dem billigsten Anbieter, sondern mit dem besten“, so Möbius. „Wenn Deutschland Vorreiter für Klimaschutz, Elektromobilität, digitale Zugsteuerung, Künstlich Intelligenz, Smart Cities und Cybersicherheit bleiben will, müssen Technologiesprünge schneller in den Markt finden.“, erklärt Möbius. Man müsse im Vergabeverfahren Preis-Leistungs-Verhältnis, Qualität, Lebenszykluskosten und Nachhaltigkeit stärker gewichten.

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