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Halbjahresbilanz der Bahnindustrie in Deutschland: Erfolg durch Exzellenz. Umsatz wächst um 8 Prozent.

- Umsatz im ersten Halbjahr 2018 wächst kräftig um 8 Prozent.

- Auftragseingänge aus dem Ausland steigen um 45,5 Prozent

- VDB-Präsident Schenk: Bahnindustrie ist „strong buy“

- Aber: zunehmender Protektionismus drückt Exportumsatz. Minus 20 Prozent im ersten Halbjahr 2018

- Die Bahnindustrie in Deutschland fordert deshalb Maßnahmendreieck: 1) nationale Innovationsförderung, 2) innovationsfreundlichere Vergaben sowie 3) internationales Level-Playing-Field.

 

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Berlin – Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2018: „Die neuen Zahlen bilden einmal mehr eine hoch performante Industrie ab. Mit wachsendem Umsatz und hervorragender Auftragslage. Diese Dynamik spiegelt die Innovationskraft des Weltmarktführers“, so Volker Schenk, Präsident des VDB. Die Bahnindustrie in Deutschland erreicht im Betrachtungszeitraum mit 5,4 Milliarden Euro einen hohen Umsatz. „ Das ist ein sehr guter Lauf. Unsere Industrie ist fraglos ein ‚strong buy‘. Die fulminante InnoTrans 2018 wird zusätzliche Impulse geben“, so Schenk. Mit einem Anteil von 70 Prozent ist das Geschäft mit Fahrzeugen am umsatzstärksten. Auf den Infrastrukturbereich entfallen 14 Prozent, auf das Servicegeschäft 12,6 Prozent des gesamten Umsatzes. Alle Segmente verzeichnen Wachstum. Besonders stark steigt der Inlandsumsatz: 3,4 Milliarden Euro. Ein Plus von 36 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2017. Exporteinnahmen sinken hingegen um 20 Prozent ab. „Eine klare Folge der Entwicklung auf dem Weltmarkt hin zu Abschottungsaktivitäten wie steigenden Zöllen und erhöhten Pflichtanteilen lokaler Wertschöpfung“ so Schenk. Dennoch halten sich die globalen Auftragseingänge 2018 auf einem starken Niveau. Das Auftragsvolumen von 6,5 Milliarden Euro übersteigt das vom Halbjahr 2017 um rund 5 Prozent. Besonders die Nachfrage aus dem Ausland steigt signifikant, um 45,5 Prozent. Beleg für die internationale Spitzenstellung der Bahnindustrie in Deutschland. „Doch es braucht große politische Anstrengungen, um diese Position auf dem Weltmarkt auch künftig halten zu können. Für fairen globalen Wettbewerb. Für Innovation. Für Exzellenz made in Germany“, so Schenk.

1. Innovationen fördern: Bundesforschungsprogramm Schiene umsetzen.

Nur wer bei Innovationen die Nase vorn hat, hat global Erfolg. Deshalb müssen State-of-the-Art Technologien gefördert werden. Das mit Recht im Koalitionsvertrag festgelegte Bundesforschungsprogramm Schiene muss gemeinsam von Industrie, Betreibern und Politik rasch ins Werk gesetzt werden. Forschung und Entwicklung müssen für die Schwerpunkte Digitalisierung und Energieeffizienz vorangetrieben werden. „Klare Strukturen, deutlicher Fokus und vor allem ein baldiger Startschuss – das Forschungsprogramm wirkt doppelt, wenn es schnell wirkt“, so Schenk. Für einen schnellstmöglichen Programmstart sollten bestehende Institutionen wie das EBA genutzt werden. Ergänzend müssen mit Pilotprojekten Marktimpulse gesetzt werden.

2. Innovationen fordern: Vergabekultur modernisieren.

Innovationen nützen nur, wenn sie im Markt Anwendung finden. Vergaben setzen dafür aktuell nicht immer die richtigen Anreize. Zu oft sind öffentliche Ausschreibungen starr auf den billigsten Anschaffungspreis fixiert. „Unsere nachhaltige Mobilität der Zukunft können nur Bestanbieter gestalten. Auf Grundlage von Kriterien, die mehr Kostenwahrheit und mehr Nachhaltigkeit proirisieren“ so Schenk. Das schon existierende EU-Konzept „most economically adventageous tender“, kurz MEAT, müsse in öffentlichen Ausschreibung mehr Anwendung finden. Es gewichtet vorranging Lebenszykluskosten, Preis-Leistungsverhältnis, Qualität und Ästhetik.

3. Internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken: Level-Playing-Field schaffen.

„Die Bahnindustrie in Deutschland ist weltweit führend. Innovationskraft und Freihandel bilden die Basis. Doch die wachsende Marktabschottung droht die Fahrt zu bremsen. Wo Schienenprojekte den Kraftlinien staatlicher Exportsubventionen folgen, ist der freie und faire Wettbewerb in Gefahr“, so VDB-Hauptgeschäftsführer Dr. Ben Möbius. Fairer Wettbewerb brauche ein Level-Playing-Field. „Die Bahnindustrie in Deutschland ist herausragend erfolgreich. Nur: Wir dürfen nicht an den dunklen Wolken am Horizont vorbeisehen. Deshalb hat der VDB ein Diskussionspapier vorgelegt: Vorn bleiben. Offene Märkte, faire Spielregeln, gezielte Innovationsförderung – darum muss es gehen“, so Möbius. Ein Vorschlag sei, die nationale Exportförderung kraftvoller zu gestalten. Denn es müsse auf Drittmärkten einen Wettbewerb um beste Produkte geben, nicht um beste Subventionen. Überdies würden ins Kraut schießende Lokalisierungspflichten und staatliche Beihilfen die Produktion in der Europäischen Union schwächen. Deshalb sei bei öffentlichen europäischen Ausschreibungen ein europäischer Mindestwertschöpfungsanteil von 50 Prozent sicherzustellen, wie es in der EU Sektorenrichtlinie 2014/25 Artikel 85 bereits festgelegt ist. Die EU müsse die hohe Offenheit auf ausländische Direktinvestitionen gerade jetzt stärken, zugleich indes das europäische Monitoring für Direktinvestitionen von nicht-europäischen Staatskonzernen in die kritische Infrastruktur Schiene verbessern. 

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