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Bahnindustrie fordert: ETCS-Finanzierung muss Teil des Klimaschutzpakets sein.

Am 20. September 2019 entscheidet das Klimakabinett der Bundesregierung über ein Maßnahmenpaket zur Implementierung des Klimaschutzplans 2050. Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. fordert einen finanziellen Rahmen für die Digitalisierung des Schienenverkehrs als Teil der Klimamaßnahmen. Um die Klimaschutzziele von Paris erreichen zu können, muss emissionsarme Mobilität einen Schwerpunkt bilden und der nachhaltigen, digitalen Schiene dabei eine Schlüsselrolle zukommen.

 

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Berlin - Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. fordert das Klimakabinett am Freitag dazu auf, Grundlagen zu schaffen für die Digitalisierung des Schienenverkehrs. Der Bundeshaushaltsplan sieht für die Digitalisierung der Schieneninfrastruktur von 2020 bis 2023 ein Starterpaket von 570 Millionen EUR vor. Diese essentiell wichtigen Mittel sind derzeit noch gesperrt. Für die Realisierung der im Koalitionsvertrag festgelegten Ziele Verdoppelung des Schienenpersonenverkehrs und Erhöhung des Schienengüterverkehrs bis 2030, ist die Digitalisierung des Netzes unabdingbar. Den Ambitionen des Bundes müssen nun Taten und  vor allem Investitionen folgen.

Die digitale Schiene kann bis 2030 rund die Hälfte des laut Klimaschutzplan der Bunderegierung nötigen Emissionsminus in der Mobilität einsparen. Notwendig ist dafür eine Digitalisierung der Infrastruktur. „Digitale Stellwerke und ETCS sind die Nervenstränge des modernen Schienenverkehrs. Ohne diese geht es weder mit der Digitalisierung der Schiene noch mit klimaneutraler Mobilität voran.“ sagte VDB-Präsident Volker Schenk. Digitale Stellwerke (DSTW) sowie das europäische Zugbeeinflussungssystem (ETCS) müssen schnellstens flächendeckend und synchron ausgebaut werden, damit Deutschland im europäischen Verkehr interoperabel bleibt und nicht länger meilenweit an den Klimazielen vorbeifährt. „Schiene 4.0 ist die Schlüsseltechnologie einer neuen Ära: hocheffizient und nahezu emissionsfrei.“, so Schenk.

Was der Ausbau der Schienenwege für das 19. und 20. Jahrhundert war, bedeutet der Ausbau eines zweiten, digitalen Schienennetzes für das 21. Jahrhundert. Automatisiertes Fahren, High-Speed-Züge, ein starkes Europa auf Schienen – erst eine umfassende Digitalisierung des Netzes (ETCS, DSTW) macht es möglich. ETCS erhöht die Kapazität signifikant. Züge können auf wichtigen Verbindungen nahezu immer pünktlich sein. Und ETCS sorgt für schnelle europäische Verbindungen – dort, wo heute an Grenzen teils noch die Lok ausgetauscht werden muss. Solche Anachronismen bremsen Europa, bremsen den Klimaschutz.

Viele europäische Nachbarn haben eine komplette ETCS-Umrüstung ihrer Bahnnetze bis 2030 beschlossen und mit konkreten Investitionen hinterlegt. Maßgeblich umgesetzt von der Bahnindustrie in Deutschland. Die ETCS-Referenzliste der Bahnindustrie in Deutschland umfasst zum Beispiel das ETCS-Rollout in Dänemark, Norwegen, den Niederlanden, in Großbritannien (Thameslink), Spanien (Hochgeschwindigkeit) und Belgien. Auch weltweit haben Unternehmen der Bahnindustrie aus Deutschland und Europa modernste ETCS-Ausstattungen realisiert. Deshalb steht die technische Machbarkeit einer klugen Implementierung außer Frage.

Die vom Bund mit den Eckpunkten zum Finanzplan 2020–2023 vorgesehenen rund 570 Mio. Euro Investitionen in die ETCS/DSTW-Streckenausrollung müssen in toto, schnell und zweckgebunden umgesetzt werden. Es bedarf strukturierter Verantwortlichkeiten. Jetzt. Nur dann kann Deutschland die Erfolgsgeschichte von klimaneutraler, kundenfreundlicher, digitaler Schienenmobilität gemeinsam weiterschreiben.

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