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Hidden Heroes der Bahnindustrie

In der Krise ist der Schienensektor das Rückgrat einer stabilen Grundversorgung und Daseinsvorsorge. Die gesellschaftliche Relevanz verlässlicher Mobilität wird deutlicher denn je. Insbesondere über die Schiene werden während der Krise mit wenig Personal Fahrgäste, wichtige Rohstoffe, Lebensmittel und auch medizinische Erzeugnisse zuverlässig befördert. Die Werke der Bahnindustrie liefen und laufen, unter strengen Gesundheitsvorkehrungen, unermüdlich weiter, sorgen für sicheren Zugverkehr, stabile Wartung und verlässliche Ersatzteilproduktion.

Doch wer sind die Alltagshelden, die durch die Pandemie hindurch für einen reibungslosen Schienenverkehr sorgen? Wir zeigen die Hidden Heroes der Bahnindustrie: Blick hinter die Kulissen einer systemrelevanten Industrie.

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QUER DURCHS LAND UND ZURÜCK

Sascha Borchertmeyer, Qualifizierter Fahrleitungsmonteur bei Rail Power Systems GmbH

Zwischen Sascha Borchertmeyers Wohn- und seinem Arbeitsort liegen über 700 Kilometer. Der 39-Jährige lebt mit seiner Familie im Emsland. Doch seinem Beruf als Fahrleitungsmonteur bei Rail Power Systems geht er in Bayern nach. Mit seinen Kollegen ist er auf verschiedenen Baustellen in München und Umgebung im Einsatz. Er ist unter anderem zuständig für Reparaturen an den Fahrleitungen, den Neubau von Oberleitungen, das Aufstellen neuer Masten und Erdungsarbeiten.

"Der Job macht mir mega Spaß", sagt er. Er mag es, dass seine Arbeit so abwechslungsreich ist und die Aufgaben je nach Baustelle variieren. Auch die gute Stimmung in seinem Team weiß er zu schätzen. "In unserer Kolonne ist der Zusammenhalt sehr gut", sagt er. Während seiner Arbeitseinsätze wohnt er in einem Wohnwagen auf einem Campingplatz in der Nähe von München. Die Zweitwohnung auf Rädern teilt er sich mit seinem Bruder, der Teil der Kolonne ist. Bei ihrer Berufswahl haben sich die beiden Männer ihren Vater zum Vorbild genommen, der ebenfalls Fahrleitungsmonteur war.

Meist arbeitet Sascha Borchertmeyer zwei Wochen am Stück und verbringt dann eine Woche zu Hause. Er lebt mit seiner Verlobten, zwei Kindern und dem Familienhund in Haren (Ems). Das Paar erwartet ein weiteres Kind. Es sei nicht immer ganz einfach, das Privatleben mit seinen Arbeitszeiten zu vereinbaren, räumt er ein. So manche Freundschaft habe es nicht überstanden, dass er an den Wochenenden oft weg sei. Immerhin: So habe sich gezeigt, wer die wirklich engen Freunde seien.

Im Zuge der Corona-Krise hat er schweren Herzens den Kontakt zum Familienkreis und zu Freunden eingeschränkt. Auf den Besuch in der Stammkneipe musste er verzichten, das Fußballgucken im Stadion wird wohl längere Zeit nicht möglich sein. Das berufliche Leben hingegen geht so normal wie möglich weiter - aus gutem Grund: "Wenn die Bahn nicht läuft, läuft gar nichts mehr", sagt Sascha Borchertmeyer. Im Team achte man auf Abstand und verzichte aufs Händeschütteln. Von ihrem Arbeitgeber bekamen er und seine Kollegen einen Nachweis über die Systemrelevanz ihrer Arbeit, damit sie weiterhin zu ihren Baustellen reisen konnten.

Für einen, der so weit pendelt wie Sascha Borchertmeyer, hatten die Corona-bedingten Beschränkungen einen nicht ganz unerwünschten Nebeneffekt: Die Autobahnen waren frei. So kam er nach getaner Arbeit schneller nach Hause ins Emsland.

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DIE ZÜGE BLEIBEN EINSATZBEREIT

Janet Görner, Flottenmanagerin bei Alstom

Was ihr in diesen Tagen Freude bringt? "Ich bin froh, dass ich meinen Job weitermachen kann", sagt Janet Görner. Dass sie weiterhin gebraucht wird, steht außer Frage: Die 41-Jährige ist Flottenmanagerin und örtliche Betriebsleiterin beim Bahntechnik-Anbieter Alstom. Am Eisenbahnbetriebsbahnhof Chemnitz kümmert sie sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen um die Wartung und Instandhaltung elektrischer Triebfahrzeuge. Das 15-köpfige Team ist für 29 Züge zuständig, die unter anderem von Dresden über Chemnitz ins bayerische Hof fahren. Weniger zu tun gibt es für die Belegschaft auch in Corona-Zeiten nicht.

Wenn Janet Görner morgens ins Büro kommt, fährt sie den PC hoch und verschafft sich erst mal einen Überblick über die Fahrzeuge am Betriebsbahnhof. Dann geht sie rüber in die Werkstatt und bespricht sich mit den Kollegen.

Wegen der Corona-Pandemie läuft das nun ein wenig anders: Zurzeit arbeitet sie jede zweite Woche aus dem Home-Office. Ihr Chef und sie machen das im Wechsel, damit immer nur eine Person im Büro ist. "Manchmal ist es schwierig, wenn ich nicht vor Ort sein und mit den Mitarbeitern direkt sprechen kann", sagt sie. Was möglich ist, regelt sie am Telefon. Videokonferenzen ist sie ohnehin gewohnt: Schon vor Corona gab es wöchentliche Online Besprechungen mit den Kollegen an den anderen Standorten.

Die Atmosphäre bei der Arbeit sei weiterhin gut, sagt sie. Sie sucht noch immer das Gespräch mit den Kollegen, auch ein Pläuschchen ist drin - natürlich mit dem nötigen Sicherheitsabstand. Görner verliert nicht viele Worte über ihre Arbeit. "Ich mache einfach nur ganz normal meinen Job weiter", sagt sie.

Gleichzeitig betont sie, wie sehr sie die Einsatzbereitschaft ihrer Kollegen schätzt. Für einige von ihnen bringen die Maßnahmen eine deutliche Veränderung: Damit weniger Menschen gleichzeitig in der Werkstatt sind, wurde der Schichtplan geändert. Für die Mitarbeiter der Spätschicht bedeutet das, dass sie nun bis 23 Uhr arbeiten statt wie normalerweise bis 19 Uhr. Für einige sei es eine Herausforderung, diese neuen Arbeitszeiten mit der Familie zu vereinbaren, sagt Görner.

Wenn die Flottenmanagerin nicht im Büro ist, teilt sie sich das Home-Office mit ihrem Sohn, der seine Schulaufgaben am heimischen Schreibtisch macht. Betreuung braucht er mit seinen 17 Jahren nicht. Janet Görner kann sich also auch von zu Hause aus voll darauf konzentrieren, dass die Züge weiterhin einsatzbereit sind.

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MIT TEAMGEIST DURCH DIE CORONA-ZEIT

Christian Baar, Kundendiensttechniker bei Knorr-Bremse Systeme für Schienenfahrzeuge GmbH

Wenn es einen Fehler am Fahrzeug gibt, den die Betreiber nicht entdecken, ist Christian Baar gefragt. Dann reist der Kundendiensttechniker an, nimmt sich das Fahrzeug vor, findet den Fehler und behebt ihn.

Der 43-Jährige ist Spezialist für pneumatische Bremssysteme. Nicht nur die Fehlersuche gehört zu seinen Aufgaben: Er kümmert sich auch um die Inbetriebnahme von Fahrzeugen und bietet Schulungen an, in denen er sein Wissen an die Kunden weitergibt. "Das macht mir viel Spaß, weil ich hier besonders gefordert bin", sagt er. Christian Baar ist gelernter Energieelektroniker. Durch einen Umzug nach Berlin wechselte er die Branche und begann bei Knorr-Bremse. Das war vor 19 Jahren, dem Unternehmen ist er seitdem treu geblieben.

Es ist Teil seines Berufs, viel unterwegs zu sein und Schienenverkehrsunternehmen im ganzen deutschsprachigen Raum zu besuchen. Seit der Corona-Pandemie verbringt er zwar mehr Zeit in seinem Berliner Büro - auch, weil manche Schulungen auf einen späteren Termin verlegt wurden. Doch nicht alles lässt sich verschieben, zum Beispiel die Fehlersuche: "Bei einem Fehler muss man ans Fahrzeug, das kann man nicht vom Schreibtisch auslösen."

Christian Baar lebt mit seiner Frau, seinen zwei Kindern und einem Beagle in Ahrensfelde an der Grenze zu Berlin. Die Pandemie hat einen großen Einfluss auf das Familienleben, denn die Kinder gehen seit Wochen nicht oder nur tageweise in die Schule. Wenn er und seine Frau von der Arbeit kommen, setzen sie sich mit ihnen an die Schulaufgaben. "Das ist fast wie ein zweiter Arbeitstag", sagt er. Entspannung findet die Familie im Garten, in dem sie Gurken, Tomaten und Erdbeeren anbaut.

Was seine Arbeit betrifft, ist ihm eine Sache besonders wichtig: "Wir im Kundendienst sind ein Team." Das gelte für das gesamte Unternehmen, unabhängig vom Standort. Wenn man bei einem Auftrag Hilfe brauche, könne man immer die Kollegen anrufen - selbst dann, wenn diese im Urlaub seien. "Das war schon immer so, aber seit Corona ist es noch wichtiger geworden, weil wir jetzt mehr allein unterwegs sind."

Seit der Pandemie sei der persönliche Umgang im Team verhaltener. "Mit manchen Kollegen bin ich seit fast 20 Jahren befreundet. Da ist es schon merkwürdig, zur Begrüßung nur die Hand zu heben und zu winken", so Christian Baar. Die Stimmung sei eigentlich locker, vor Corona sei es normal gewesen, zusammenzusitzen und gemeinsam zu lachen. "Ich hoffe, das kommt wieder."

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AUF DEN FEIERABEND WARTEN IST NICHTS FÜR IHN

Alexander Fleischmann, Vorarbeiter für Schienenverladung bei Vossloh Rail Services GmbH

Feste Arbeitszeiten hat Alexander Fleischmann nicht. Er arbeitet mal tagsüber, mal nachts, bei Wind und Wetter und reist zu Baustellen durch das ganze Land - immer dorthin, wo er gebraucht wird. Etwa die Hälfte des Jahres ist er unterwegs. "Ich bin flexibel und das passt zu mir", sagt er.

Als Vorarbeiter für Schienenverladung bei Vossloh Rail Services kommt der 35-Jährige zum Einsatz, wenn auf einer Strecke Schienen ab- und aufgeladen werden müssen. Sein wichtigstes Arbeitswerkzeug ist ein spezieller Ladewagen, den er und seine Kollegen auch als "Maikäfer" oder "Spinne" bezeichnen. Alexander Fleischmann ist der Kopf eines Teams von fünf Mitarbeitern: "Ich bin die Mutti der Kompanie", sagt er.

Er mag es, dass er seine Aufgaben eigenverantwortlich angehen kann. Ein Beruf, bei dem man regelmäßig auf die Uhr schaue und auf den Feierabend warte, sei nichts für ihn. Ihm gehe es darum, genau die Arbeit zu leisten, die vor Ort gefragt sei.

Dass er für seinen Beruf durch ganz Deutschland reist, gefällt ihm ebenfalls. "Manchmal arbeite ich da, wo andere Urlaub machen." Wenn nach Feierabend noch Zeit ist, schaut er sich gerne die Orte seiner Einsätze an. Aufgrund der Einschränkungen zur Eindämmung von Covid-19 lief es auf Reisen zuletzt ein wenig anders als gewohnt. So seien er und seine Kollegen in vielen Hotels die einzigen Gäste gewesen, statt Frühstücksbuffet gab es Selbstverpflegung aus dem Supermarkt.

Sein Zuhause ist in Nürnberg, wo er mit seiner Partnerin und seiner Tochter am Stadtrand lebt. Wenn er frei hat, kümmert er sich um die 10-Jährige, die wie alle anderen Schulkinder viele Wochen keinen Unterricht hatte. Die Familie unternimmt regelmäßig Radtouren mit Picknick - ein Hobby, dem sie auch während der Beschränkungen nachgehen konnte.

Alexander Fleischmann lobt das Krisenmanagement seines Arbeitgebers, aber auch der Hotels und der Baufirmen, mit denen er arbeitet. "Im Großen und Ganzen finde ich, dass das gut gehändelt wurde", sagt er. Es werde viel dafür getan, dass weiterhin alles funktioniere und er und seine Kollegen ihre Arbeit machen können.

Nicht zuletzt die Krise hat ihm gezeigt, wie wertvoll sein Beruf ist. "Wir sorgen dafür, dass die Bahn laufen kann", sagt er. "Es ist ein gutes Gefühl, dass man gebraucht wird."

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MITTENDRIN BEIM BAU NEUER GLEISE

Natalie Schweimer, Projektleiterin bei Rail Power Systems GmbH

Seit der Ausbreitung von Covid-19 sind viele Menschen ins Home-Office gewechselt. Nicht so Natalie Schweimer: Um mehr Abstand zu ihren Kollegen halten zu können, zog sie in den Bürocontainer auf der Baustelle, für die sie zuständig ist. Die 29-Jährige betreut als Projektleiterin für Rail Power Systems den Bau von zwei neuen Gleisen für die S-Bahn zwischen Bad Vilbel und Frankfurt-West. Sie und ihre Kollegen sind verantwortlich für die Errichtung der Oberleitungen für die neuen und schon bestehenden Gleise. Außerdem nehmen sie in den Bahnhöfen auf der Strecke Modernisierungen an den Oberleitungen vor.

Nach einigen Wochen kehrte sie zurück ins Büro, auf der Baustelle schaut sie weiterhin regelmäßig vorbei: "Ich bin so oft wie möglich draußen." Sie teilt sich die Leitung des Bauprojekts mit zwei Kollegen, mit denen sie trotz Corona in engem Austausch steht - nun eben auf Distanz. Als Team sei man seit der Beginn der Pandemie noch mal enger zusammengewachsen, sagt sie.

Natalie Schweimer lebt in Bad Vilbel, hat es also nicht weit zur Baustelle. So nah liegt ihr Einsatzort nicht immer: Im vergangenen Jahr arbeitete sie bei Stuttgart 21 und lebte unter der Woche in einer Ferienwohnung.

Ihre Berufslaufbahn hat Natalie Schweimer im Marketing gestartet, wechselte aber nach einem Studium als Wirtschaftsingenieurin mit Schwerpunkt Maschinenbau in die Bahnindustrie. Bei Rail Power Systems ließ sie sich zur Projektleiterin ausbilden. "Als Projektleiterin macht man alles", sagt sie: von der Materialbestellung über die Koordination der Arbeiten während der Sperrpausen bis hin zur Abrechnung.

Sie ist froh, dass die Arbeit an der für die Region so wichtigen Strecke auch während der massiven Einschränkungen weitergehen konnte. Die zahlreichen Besprechungen zum Projekt finden nun oft digital statt - für Natalie Schweimer nicht nur eine Notlösung. "Das funktioniert gut und könnte aus meiner Sicht in einigen Fällen beibehalten werden."

Privat sei es nicht immer leicht gewesen, den Kontakt zu Freunden und Familie zu reduzieren. Den geplanten Urlaub in der Türkei musste sie absagen und von ihrer Dauerkarte für die Heimspiele von Eintracht Frankfurt wird sie erst mal keinen Gebrauch machen können - eigentlich ist sie begeisterte Stadiongängerin. Die Spiele schaut sie sich nun im Fernsehen an.

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ÜBER GRENZEN HINWEG IM EINSATZ FÜR DIE SCHIENE

Steffen Riedel, Betriebsleiter Nahverkehr bei Vossloh Rail Services GmbH

Damit der Verkehr auf der Schiene rollt, ist Steffen Riedel rund um die Uhr erreichbar. "Wenn zum Beispiel nachts auf der Baustelle eine Sicherung fehlt, habe ich die Wahl: Ich kann mich kümmern oder die Baustelle fällt aus", sagt er. Also kümmert er sich.

Der 58-Jährige ist Betriebsleiter im Bereich Nahverkehr bei Vossloh Rail Services. Als Spezialist für das Schienenfräsen sorgt er mit seinen Kollegen dafür, dass Schienen und Weichen in gutem Zustand und die Züge sicher unterwegs sind. Die Teams arbeiten vor allem nachts und an den Wochenenden, damit der Zugverkehr möglichst ungestört weiterlaufen kann.

Seit über 40 Jahren arbeitet Steffen Riedel in der Bahnindustrie, er fing 1978 als Triebfahrzeugschlosser bei der Deutschen Reichsbahn an. Mit seiner Frau und seinem 14-jährigen Sohn lebt er am Rande Berlins. Doch viel Zeit zu Hause hat er nicht. Bis zu 90.000 Kilometer legt er jährlich mit dem Auto zurück. Allein im vergangenen Jahr ist er zu Baustellen nach Tschechien und Polen, Italien und Finnland gereist, um nur einige Länder zu nennen.

Auch die Corona-Pandemie änderte nichts daran, dass er im Ausland gebraucht wird. Während weltweit der Reiseverkehr stark eingeschränkt wurde, war er weiterhin unterwegs: innerhalb Deutschlands, in den Niederlanden und der Schweiz. An den Grenzübergängen hielt er das Schreiben seines Arbeitgebers griffbereit, das ihm die Systemrelevanz seines Jobs bescheinigt.

"Für mich ist diese Arbeit die normalste Sache der Welt", sagt er. Das empfindet er auch jetzt so, obwohl er weiß, dass er maßgeblich mit dafür verantwortlich ist, dass der Güterverkehr auf der Schiene fahren kann und die Menschen mit dem öffentlichen Nahverkehr zur Arbeit kommen.

Er genießt es, dass jeder Tag in seinem Beruf anders ist. Er lerne ständig dazu und sei gefordert, Lösungen zu entwickeln und kreativ zu werden - so wie neulich, als er es in der Schweiz mit einem ganz speziellen Schienenfehler zu tun hatte. Er schätzt den Kontakt zu anderen Menschen, hat aber kein Problem damit, den zurzeit so wichtigen Abstand zu halten.

Wenn er nicht unterwegs ist, arbeitet Steffen Riedel gern von zu Hause aus. Ihn freut es, dass sein Arbeitgeber dies nicht nur seit der Corona-Zeit unterstützt. "Vorher wurde das Home-Office oft belächelt. Aber jetzt sehen wir, dass das wirklich funktionieren kann."

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MOBILE FEHLERDETEKTION: AM BEREITSCHAFTSTELEFON FÜR DIE FAHRER DA

Lena Vogel, Betriebstechnikerin bei Stadler Pankow GmbH

Es war ein morgendliches Ritual: Wenn Lena Vogel zur Arbeit kam, begrüßte sie ihre Kollegen erst mal mit einem Händeschütteln. Seit der Corona-Pandemie muss sie darauf verzichten. "Für mich ist eine freundliche Begrüßung ein Ausdruck von Wertschätzung. Nun muss eben ein 'Hallo!' reichen", sagt die 27-Jährige.

Ein Umzug ins Home-Office war für Lena Vogel keine Option. Ihr Arbeitsplatz ist der Wartungsstandort für Nahverkehrszüge des Verkehrsunternehmens Go-Ahead im baden-württembergischen Essingen. Für die Wartung und Instandhaltung sind die Mitarbeiter von Stadler Pankow zuständig. Als Betriebstechnikerin hat Lena Vogel den Überblick über die anfallenden Arbeiten und kümmert sich um die Planung und Überprüfung der Aufträge.

Eine Aufgabe übernimmt sie besonders gern: Im Wechsel mit ihren Kollegen besetzt sie das Bereitschaftstelefon für die Triebfahrzeugführer von Go-Ahead. Gibt es unterwegs ein technisches Problem, ist sie die Ansprechpartnerin. "Es ist eine schöne Bestätigung meiner Arbeit, wenn ich den Fehler direkt am Telefon regeln kann."

Der Kontakt zu den Kollegen ist für Lena Vogel ein wichtiger Bestandteil ihres Berufs. Aus diesem Grund hat sie sich zur Ausbilderin schulen lassen, so dass sie künftig die Nachwuchskräfte im Unternehmen begleiten kann.

Lena Vogel ist eine Quereinsteigerin in der Bahnindustrie. Sie hat eine Ausbildung zur Industriemechanikerin und in der Abendschule die Weiterbildung zur Technikerin gemacht. Vorbild waren ihr Vater und ihr Bruder, die ebenfalls Industriemechaniker sind. Dass sie in ihrem Beruf als Frau in der Minderheit ist, stört sie nicht. "Ich bin es gewohnt, mit Männern zu arbeiten." Unter ihren mehr als 20 Kollegen in Essingen befindet sich nur eine weitere Frau.

Der persönliche Kontakt zu ihren Kollegen und den Fahrern von Go-Ahead ist wegen der Pandemie eingeschränkt. Den Pausenraum dürfen nur noch vier Mitarbeiter gleichzeitig benutzen, Besprechungen beim gemeinsamen Kaffee finden auf Distanz statt, für näheren Kontakt in der Werkstatt gibt es Masken. "Das ist schon eine Umstellung", sagt Lena Vogel.

Auch privat achtet sie auf den Abstand, freut sich aber darüber, dass sie mittlerweile wieder mehr Zeit mit Freunden und Familie verbringen kann. Sie lädt gern in ihr Haus in Schwäbisch Gmünd zum Grillen ein oder entspannt bei der Gartenarbeit. Wenn sie unterwegs ist, dann am liebsten in der Sonne auf ihrem Motorrad. "Ich bin eine Schönwetterfahrerin", sagt sie und lacht.

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Lena Vogel

DIE WERKE STEHEN NICHT STILL

Die Thales Standorte Arnstadt und Berlin

Behutsam und unter Beachtung von strengen Hygiene Maßnahmen füllen sich die Thales Standorte in Arnstadt und Berlin langsam wieder. Die Gesundheit der Mitarbeiter steht dabei immer an erster Stelle. Anlässlich der allmählich kommenden Lockerungen dankt Thales allen Mitarbeitern, die hier die ersten Schritte machen. Den Anfang machen Mitarbeiter aus Arnstadt und Berlin.

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