
Bahnindustrie weist Ramsauers Vorwürfe zurück
Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) e.V. betont, dass das Zusammenspiel von Technik und Wartung ein entscheidender Faktor für funktionierende Bahntechnik ist. Der Industrieverband reagiert damit auf die jüngsten Vorwürfe von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Der Bundesverkehrsminister hatte dieser Tage öffentlich die Hersteller für die aktuellen Probleme im Schienenverkehr verantwortlich gemacht: Weil sie nicht die von der Bahn eingekaufte Qualität geliefert hätten, so Ramsauer, sollten die Hersteller für auftretende Schäden durch die Witterung haften. VDB-Hauptgeschäftsführer Ronald Pörner fordert Ramsauer auf, von einseitigen Beschuldigungen Abstand zu nehmen. Die Deutsche Bahn führe die gesamte Wartung ihrer Zugflotten komplett in Eigenregie durch. Die Hersteller seien hier nicht beteiligt, hätten keinen Einblick in Ergebnisse der Wartung und könnten daher für diesen Teil des Systems Bahn auch nicht verantwortlich gemacht werden.
Berlin, 09.02.2010 – Der Verband erklärt, dass die Wartung und Instandhaltung von Zügen ebenso wie eine ausreichende Betriebs-Reserve sehr wichtig für Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit seien. Das gelte umso mehr bei extremen Witterungsbedingungen. Kälte, Hitze, Nässe, Eis und Schnee erfordern deutlich höhere Anstrengungen bei der Wartung. Das betrifft alle Verkehrsträger, nicht nur die Bahn.
Dass der von Bundesminister Ramsauer erwähnte Pulverschnee in der Lüftung eines ICE zu Elektronikstörungen führt, hat die DB den Herstellern nicht mitgeteilt. Die Deutsche Bahn hat bislang gegenüber den Herstellern generell keine Angaben zu den Ursachen für ICE Ausfälle in diesem Winter gemacht. Unabhängig davon bieten die Bahntechnikhersteller der Deutschen Bahn technisches Personal und Unterstützung bei den betrieblichen Herausforderungen an.
Generell gilt, dass jeder neue Zugtyp vor Zulassung und Auslieferung bei extremen Witterungseinflüssen im Versuchsfeld von Wien-Arsenal getestet wird – bei Temperaturen von bis zu minus 40 Grad Celsius. Die Industrie hat die ICE-Familie nach verbindlichen technischen Normen gefertigt. Dies wird intensiv geprüft – von der Qualitäts Sicherung der Hersteller, vom Güteprüfdienst der Deutschen Bahn und schließlich vom Eisenbahn-Bundesamt, das die Zulassung erteilt. „Die Industrie hat stets regelkonform nach dem Stand der Technik gefertigt. Die Deutsche Bahn hat die Züge abgenommen. In der Gewährleistungsphase sind Nachweise für Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit erbracht worden. Der Abschluss der Gewährleistungsphase ist einvernehmlich dokumentiert, ohne offene Mängelpunkte. Unsere Züge fahren in aller Welt, bei unterschiedlichsten Klima-Bedingungen.Nicht zuletzt deshalb sind sie Exportschlager – von Skandinavien über Russland bis Indien und China. Der politische Vorwurf, die deutsche Bahnindustrie liefere schlechte Qualität, ist schlicht falsch“, betont Pörner.
Veröffentlicht am 09.02.2010.
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