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Bahnindustrie fordert deutlich mehr Geld für Deutschlands Schienenpersonennahverkehr

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Anlässlich der morgigen Sondersitzung der Verkehrsminister zur „Revision der Regionalisierungsmittel“ fordert die Bahnindustrie eine spürbare Aufstockung der Finanzmittel für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) setzt sich damit für eine Fortführung der erfolgreichen Entwicklung des Schienenpersonennahverkehrs in Deutschland ein. Untersuchungen hätten gezeigt, so der VDB, dass für eine zukunftsfähige und weiterhin attraktive Angebotsgestaltung der Nahverkehrssektor jährlich 8,5 Milliarden Euro benötigt. Der Verband mahnt auch an, dass außerdem die jährliche Dynamisierung der Finanzmittel den realen Kostenentwicklungen Rechnung tragen müsse.

In den vergangenen zehn Jahren konnten die Fahrgastzahlen im SPNV dank verbesserter Angebote um über 30 Prozent gesteigert werden. Der finanzielle Garant dieser positiven Entwicklung sind die sogenannten „Regionalisierungsmittel“. Der Bund finanziert damit seit der Bahnreform vor 20 Jahren jährlich den SPNV der Bundesländer. Im Jahr 2014 betragen die dafür bereitgestellten Mittel fast 7,3 Milliarden Euro. Als Gegenleistung bestellten die Länder damit bei den Verkehrsunternehmen über 650 Millionen Zugkilometer für den SPNV in Deutschland. Diese Erfolgsgeschichte ist künftig gefährdet. Grund ist die in diesem Jahr anstehende Revision der Finanzausstattung des Nahverkehrssektors.

„Für den SPNV ist eine solide finanzielle Basis entscheidend, um die Erfolgsgeschichte fortführen zu können und auch weiterhin mehr Fahrgäste in die Züge zu holen“, erklärt VDB-Präsident Martin Lange. „Ein gemeinsames Engagement des Bahnsektors und der Länder ist in der Diskussion um die Regionalisierungsmittel unerlässlich. Wir hoffen sehr, dass die Verkehrsminister im Rahmen ihrer morgigen Sondersitzung eine entsprechende Forderung an den Bund verabschieden werden.“ Der SPNV ermöglicht allgemein zugängliche effiziente Mobilität in Ballungszentren sowie zuverlässige Versorgung im ländlichen Raum. Er ist zudem aus umweltpolitischer und wirtschaftlicher Sicht von hoher Bedeutung. Nach wie vor besteht ein großer Bedarf an Zügen für Neu- und Ersatzbeschaffungen. Allein durch den Einsatz von innovativen und attraktiven Zügen konnten nachweislich elf Prozent zusätzliche Fahrgäste gewonnen werden.

Jüngst veröffentlichte Untersuchungsergebnisse der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV (BAG-SPNV) zeigen deutlich, dass ein attraktives und innovatives Angebot im Nahverkehr nur dann nachhaltig gestaltet werden kann, wenn ihm ab dem kommenden Jahr 8,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Hiervon sind allein sechs Milliarden Euro für bereits bestellte Verkehre gebunden. Hinzu kommen eine Milliarde Euro für dringend benötigte Investitionen in Fahrzeuge und Infrastrukturen. Weitere Ausgaben entfallen auf Maßnahmen zur Erschließung zusätzlicher Kundenpotenziale und zur Attraktivitätssteigerung. Nur mit der oben genannten Summe und einer Dynamisierungsrate deutlich über 1,5 Prozent jährlich könne man den Erwartungen der Fahrgäste gerecht werden und den realen Kostenentwicklungen für Energie und Infrastrukturnutzung entsprechen.

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