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Pressemitteilungen VDB-Jahrespressekonferenz

Bahnindustrie erreicht 2015 neuen Auftragsrekord / Umsatz auf hohem Niveau / Digitalisierung in vollem Gange

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Bahntechnik aus Deutschland ist nachgefragt wie nie. Mit 15 Milliarden Euro füllen sich im vergangenen Jahr die Auftragsbücher der heimischen Bahnindustrie auf ein neues Rekordniveau, ein Plus von rund 58 Prozent zum Vorjahr. Der Umsatz der Branche liegt mit 12,3 Milliarden Euro nur knapp unter dem Allzeithoch des Jahres 2014. Zu den Schattenseiten der Bilanz gehört einmal mehr das Geschäft mit Infrastrukturausrüstungen. Trotz deutlich gestiegener Finanzmittel des Bundes für den Erhalt des Schienenbestandsnetzes im Jahr 2015 zeigen sich hier keinerlei Impulse. Die Beschäftigung sinkt leicht um 0,6 Prozent auf 52.000 Mitarbeiter. Angesichts des starken internationalen Wettbewerbs appelliert der Verband der Bahnindustrie in Deutschland (VDB) an die Bundesregierung, die Branche mit deutlich verbesserten Rahmenbedingungen und einem nationalen Bahnforschungsprogramm zu unterstützen.

„Die wirtschaftliche Lage der Bahnindustrie in Deutschland hat sich im Jahr 2015 gut entwickelt“, erklärte der VDB-Präsident Volker Schenk heute auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Berlin. „German Engineering für den Schienenverkehr ist weltweit gefragt. Mit dem neuen Allzeithoch der Auftragslage können wir sehr zufrieden sein.“ Das Ergebnis zeige, so Schenk: „Die Bahnindustrie ist eine der Vorzeigeindustrien unseres Landes.“

Besonders stark entwickelte sich die Inlandsnachfrage. Mit 7,8 Milliarden Euro stieg sie 2015 um 66 Prozent zum Vorjahr. Auch die Bestellungen aus dem Ausland legten spürbar zu, um 50 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Der Auftragseingang für Schienenfahrzeuge mit ihren Komponenten und Subsystemen stieg 2015 besonders kräftig, um rund 86 Prozent auf fast zwölf Milliarden Euro. Die Nachfrage des heimischen Marktes übertraf mit 6,1 Milliarden Euro die des Auslands mit 5,8 Milliarden Euro. Dagegen enttäuschte erneut der Auftragseingang für Infrastrukturausrüstungen. Er stagnierte auf Vorjahresniveau bei 3,1 Milliarden Euro. Die Auslandsnachfrage zog indes leicht an, um knapp acht Prozent auf 1,4 Milliarden Euro. Insgesamt bewegen sich die Bestellungen für Infrastrukturausrüstungen aber auf einem unverändert niedrigen Niveau.

Der Umsatz ging im vergangenen Jahr leicht um 1,6 Prozent zurück, liegt aber mit 12,3 Milliarden Euro weiter auf einem sehr hohen Niveau. Das Inlandsgeschäft entwickelte sich etwas schwächer. Es ging um drei Prozent auf 6,5 Milliarden Euro zurück. Das Auslandsgeschäft blieb bei 5,8 Milliarden Euro stabil. Das Geschäft mit Schienenfahrzeugen und ihren Komponenten sank um 3,2 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro.

 

Wachstumsfeld Serviceleistungen

Die heimischen Hersteller konnten 2015 gleich eine ganze Reihe von Großaufträgen gewinnen. Im Inland trug unter anderem die Bestellung für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) dazu bei mit insgesamt 82 Elektrotriebzügen für den Regionalverkehr. Erstmals wird dabei in Deutschland bei einem Schienenverkehrsprojekt die Industrie die Wartung der Züge in großem Umfang übernehmen, für 32 Jahre. Der Auftrag hat insgesamt ein Volumen in Höhe von 1,7 Milliarden Euro. 900 Millionen Euro davon gehen auf die Wartung und Instandhaltung der Züge zurück.

Entsprechend beflügelt zeigte sich durch den Großauftrag das Geschäftssegment für Serviceleistungen der Bahnindustrie. Die Bestellungen erreichten ein Volumen in Höhe von über vier Milliarden Euro und haben 2015 damit einen Anteil von 27 Prozent an den Gesamtbestellungen. Der Umsatz lag bei 1,6 Milliarden Euro, einem Plus von über 13 Prozent. Schenk: „Was im Ausland, zum Beispiel in Großbritannien, für viele unserer Unternehmen selbstverständlich ist – die kontinuierliche Wartung und Instandhaltung zusammen mit den Zügen im Paket anzubieten –, diese erfolgsversprechende Philosophie hat sich mit dem RRX-Auftrag nun erstmals in großem Maßstab in Deutschland durchgesetzt. Serviceleistungen sind für unsere Branche ein zentrales Wachstumsfeld der Zukunft.“

„Die Unternehmen der Bahnindustrie in Deutschland verfolgen mit Hochdruck die weitere Digitalisierung“, erklärte VDB-Hauptgeschäftsführer Ben Möbius. „Elektronische Stellwerke, automatisiertes Fahren, Leit- und Sicherungstechnik, zustandsabhängige Wartungssysteme – all diese Entwicklungen tragen dazu bei, das System Bahn noch effizienter, klimaschonender und komfortabler zu gestalten. Nötig ist aber eine Innovationsförderung“, forderte Möbius. „Und Innovationen entfalten ihre Vorteile erst dann, wenn sie auch eingesetzt werden. Deshalb kommt es darauf an: Die Forschung offensiver fördern, Schaufensterprojekte in Deutschland realisieren, gemeinsam besser abgestimmt handeln.“

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